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Das Programm der landarttage zum download! (PDF-Datei, 344 KB) Incl. Anmeldevordruck und Programmübersicht.


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KUNSTWISSENSCHAFT

Klaus Flemming, Mönchengladbach, Vortrag
Mittwoch, 9. Juni 2004, 14.30
„Der verwunschene Ort – Landschaftskunst in der Kunstlandschaft“,

Kinder wie Erwachsene kennen ihn gleichermaßen: den verwunschenen Ort - jene geheimnis-volle Gegebenheit, die überall existieren kann und jenseits jeder Rationalität eine mystische Atmosphäre zu vermitteln scheint. Insbesondere draußen in der Natur sind solche abseitigen Plätze zu finden, die vor allem durch tages- und jahreszeitliche Gestimmtheiten an Magie gewinnen können. Mit fast untrüglicher Sicherheit wissen Künstler sich solche Plätze nutzbar zu machen und durch Eingriffe umzudeuten. Die Landschaft wird zum Bedeutungsträger und fließt in die situativen Kunstwerke mit ein. Sie ist zugleich "Bildträger" und Erlebnisrahmen, verschmilzt mit dem Werk und verändert sich mit ihm im Laufe der Zeit.

Klaus Flemming, geb. 1948, freiberuflich tätig, Schwerpunkt der Forschung: Zeitgenössische Kunst

Veröffentlichungen: Seit 1970 zahlreiche Buchveröffentlichungen, Ausstellungskataloge und Katalogbeiträge zur Gegenwartskunst



Detlef Stein, Bremen, Vortrag
Montag, 7. Juni 2004, 11.30
„...Denn eine Sonne steigt hinter der Dämmerung auf“ – Ver- und entzauberte Natur in der Kunst der Gegenwart“,

Natur und Landschaft gehören seit der Romantik zu den vertrauten Themen der Kunst, welche bis in unsere Gegenwart hinein keineswegs an Faszination verloren haben. Landschaftsbilder vermitteln jedoch nicht nur Natureindrücke, sondern geben auch Auskunft über den kulturellen Kontext ihrer Entstehungszeit und das Verhältnis des Menschen zur Natur. Wie Künstler heute mit der bedrohten "Ressource Natur" in ihrer Arbeit umgehen, welche Medien sie hierzu gebrauchen und ob ein verzauberter Blick auf die Natur überhaupt noch angemessen er-scheint... .Diesen Fragen geht der Vortrag am Beispiel ausgesuchter Positionen zeitgenössi-scher Kunst nach.

Detlef Stein, geb. 1969, Kunstwissenschaftler, freier Mitarbeiter am Neuen Museum Weser-burg / Bremen und an der Kunsthalle Bremen

Veröffentlichungen: verschiedene Publikationen zur Kunst der Gegenwart.



Bettina von Dziembowski, Neuenkirchen, Vortag
Dienstag, 8. Juni 2004, 14.30
„Faux Terrain - zur künstlerischen Konstruktion von Landschaft in der Neuenkirchener Kunst-Landschaft“

Seit 1967 werden regelmäßig internationale Künstler damit beauftragt, ortsbezogene Werke im Landschaftsraum der Gemeinde Neuenkirchen (bei Soltau) zu realisieren. Das heutige En-semble umfasst mehr als dreißig Außeninstallationen und wurde im Sommer 2003 um sieben aktuelle künstlerische Positionen erweitert. "Die Vielfalt der künstlerischen Beiträge spiegelt beispielhaft die Veränderungen der künstlerischen Auseinandersetzung mit Natur und Land-schaft vom erhabenen, außerkünstlerischen Ort, über Spurensicherung und Fragen nach der Funktion von Kunst im ländlichen Kontext, zur Materialisierung und Monumentalisierung von Natur, bis zur Umwelt- und Lebensumwelterforschung einer öffentlich wirksamen Kunst in den vergangenen dreißig Jahren wieder." (B. Franzen). Anhand signifikanter Werke zeichnet der Vortrag diese Stadien nach und erörtert unterschiedliche Landschaftserfahrungen in der zeitgenössischen Kunst.

Bettina von Dziembowski, geb. 1948, Künstlerische Leitung Projekt Kunst-Landschaft Neuenkirchen

Wichtige Veröffentlichungen:
(2002) Kunstverein & Stiftung Springhornhof (Hg.), Projekt KUNST-LANDSCHAFT 1967 – 2000, Nürnberg: Verlag für Moderne Kunst
(2003) Kunstverein & Stiftung Springhornhof (Hg.), Rainer Ganahl, lueneburger-heide-sprechen (Ausst. Kat.), Frankfurt: Revolver
(2000) Kunstverein & Stiftung Springhornhof (Hg.), Tony Cragg, Holzkristall/Woodcrystal (Ausst. Kat.), Neuenkirchen
2004 (erscheint in Kürze) Kunstverein & Stiftung Springhornhof (Hg.), outlook – land-schaftsbezogene Kunstprojekte in der Lüneburger Heide (Ausst. Kat.), Frank-furt: Revolver


Marion Bertram, Bremen, 3-teiliges Seminar
Do., 10. Juni, 9.50 – 11.20 und 11.30 – 13.00, Fr., 11. Juni, 9.50 – 11.20,
„Gartenkulturen“, (Anmeldung erforderlich)


KUNST


Achim Mohné, geb. 1964, lebt in Köln, Künstler (Fotografie), mehrere Lehraufträge und Stipendien, Projekte im Ausland, seit 1998 Dozent an der SK Stiftung Kultur Köln, u. A. für Mappenbetreuung in Neue Medien & Fotografie, Bildgestaltung, das fotografische Essay

Achim Mohné's Arbeit konzentriert sich auf die apparativen Prozesse der medialen Maschinen: eine Beobachtungen der autopoetischen Semantik neuer Medien. In seiner Werkschau wird er sein Land_Media_Art -Projekt "Fireflies" zeigen, sowie weitere Dokumentationen zum Thema präsentieren: z.b. eine "mediale Koch-Performance" oder die Zucht, Beobachtung und Rekultivierung von Weinbergschnecken .

Projekte und Ausstellungen (Auswahl):

2003 FIREFLIES - TIME IS A GOOD THING(LIVE PERFORMANCE MIT DENZEL & HUHN) B-Film Festival Berlin
FIREFLIES (SOLAR) Lemay Island Remote Location, Utah, USA (S)
BEOBACHTUNG VON HELIX POMATIA Interfood Vitrine, Mehrwert e.V. Aachen (S)
IMAGES AGAINST WAR Galerie Lichtblick, Köln (G)
FIREFLIES - TIME IS A GOOD THING (LIVE PERFORMANCE MIT DENZEL & HUHN) Off Broadway Cinema, Köln
VIDEO Kunstverein Januar, Bochum (G)
WER DAS LIEST, IST DOOF Jette Rudolf Galerie, Berlin (S)
2002 ICONOCLASH Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe (G)
FIREFLIES - TIME IS A GOOD THING (LIVE PERFORMANCE MIT DENZEL & HUHN) Liquidrome Berlin, Neue Berliner Initiative
ABZIEHEN TZR Galerie für bildende Kunst, Bochum (S)
WER DAS LIEST, IST DOOF Ahrne Park, Kassel-Velmar (S)
DAS ÖRTLICHE Neuer Aachener Kunstverein (G)
KOMMEN SIE NACH HAUSE Internationale Photoszene Köln (G)
2001 ZU IHRER EIGENEN SICHERHEIT Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen (S)
10 JAHRE VIDEOKUNSTPREIS GAK Gesellschaft für aktuelle Kunst Bremen (G)
CONTROLED SPACE (AKTION ZUM MEDIENKUNSTPREIS) Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe
FIREFLIES KunstSalon Köln (S)
YOUR CHAT MAY BE… Galerie Susanne Vielmetter, Los Angeles (G)
AUTOPSI_SOUND (LIVE-PERFORMANCE MIT THOMAS ROPPELT) Neuer Aachener Kunstverein

Publikationen:

Achim Mohné, "Fireflies", Katalog, Hrsg.: KunstSalon Köln, 48 Seiten, dt./engl. 2001
Achim Mohné, "Panopticon", Katalog, Hrsg.: Forum Ludwig, 48 Seiten, dt./engl. 2001
Achim Mohné, "Wer das liest, ist doof", Folder, Hrsg.: KunstSalon Köln, 4 Seiten, dt./engl. 2001
Achim Mohné, "One to another", Vinyl, Hrsg.: Edition autopsi, 12 inch, 2000
Achim Mohné, "Aufzeichnung im Kellerloch", Audio CD, 35 Minutes, Hrsg.: Edition autopsi, 2000
Achim Mohné, "Arbeiten 1996/98", Katalog, Hrsg.: KHM Köln, 32 Seiten,dt., 1998
Achim Mohné, Herman Feldhaus "CineCorpse", CD Rom, Hrsg.: Edition autopsi, dt./engl. 1997
Achim Mohné, Herman Feldhaus "CineCorpse", Daumenkino, Hrsg.: Edition autopsi, dt./engl. 1997
Achim Mohné, "Das Genie", Comic, Hrsg.: Edition autopsi, 18 Seiten, dt., 1996

www.achimmohne.de


Jochen Breme, Alanus-Hochschule Alfter, Vortrag
Montag, 7. Juni 2004, 14.30
„Die Wurzeln der Land-Art“

Die Land-Art hat in den letzten zehn Jahren eine Renaissance erfahren: nicht nur in Deutsch-land gehört es quasi zum Kulturprogramm zahlreicher Städte und Gemeinden, Parkanlagen, Flussufer und Waldstücke für mehr oder weniger vergängliche Arbeiten von Künstlern und künstlerischen Laien zu öffnen. Andy Goldsworthy steht dabei Pate. Ursprünglich ist der Beg-riff Land Art, angesiedelt zwischen Konzept und Sinnlichkeit, verbunden mit den Grenzer-weiterungen in der Kunst der 60er und 70er Jahre. Diese Aufbruchsituation in Europa und speziell in Amerika gilt es zu beleuchten, will man bestimmen, was diese Kunstgattung heute ist und sein könnte.

Jochen Breme, geb. 1955, Studium der Bildhauerei an der Alanus-Hochschule Alfter, Studium der Bildhauerei bei Günther Mancke Künstlerkolonie Weissenseifen in Eifel, seit 1989 Fachdozent der Bildhauerei an der Alanus Hochschule Alfter

Ausstellungen und Projekte:
2001 Holzsymposium „Inner spaces“,Oosterhesselen, Holland
2001 Bonner Künstlerforum („Platzwandel“)
2002 Schloss Mannheim
2002 Haus an der Redoute ( Dies Bildnis ist bezaubernd schön)
2002 „to tomorrow“-Installation im Rahmen der Bonner Stadtkunst
2002 „out of time“, Installation auf dem Bayerhof, Hersel b. Bonn
2002 Landart-Projekt im Rahmen der Landesgartenschau, Schloss Wickrath
2002 Landart-Workshop im Rahmen der Landesgartenschau NRW, Schloss Dieck
2003 Gärtnerhaus der Stadt Bonn („Vollmilch“)
2003 „Bayerstraße“ , Installationen; Projekt in Hersel b. Bonn
2003 Language of colours, Khartoum, Sudan
2004 2.Platz im internationalen Wettbewerb für Papierkunst, Imadate, Japan, Ausstellung in Imadate und in Tokio


Insa Winkler, Hude und Hamburg, Präsentation / Künstlergespräch
Donnerstag, 10. Juni 2004, 16.30, Moderation: N.N.

Insa Winkler untersucht das kollektive kulturelle Bewusstsein des Menschen im Verhältnis zur Natur, speziell Gestaltung der Vegetation und die Beziehung zwischen Zivilisation und Umwelt. Sie hinterfragt als Bildhauerin und Landschaftsgestalterin Landschaftsnutzung, um daraus künstlerische und zukunftsorientierte Darstellungen im Umgang mit der Kulturland-schaft und der Definition von Gartenkultur zu finden. "Nicht das ist Natur, was der Mensch dafür hält, sondern eine unheimliche Kraft hinter dem zarten Erscheinungsbild, die zu über-winden in der Lage ist, was der Mensch erbaut hat."

Insa Winkler, geb. 1960, lebt in Hude und Hamburg, Studium an der Muthesiushochschule in Kiel bei Prof. Jan Koblasa, zahlreiche Stipendien und Künstlerpreise, Lehraufträge an der Universität Oldenburg, Gastdozent am Chatham Colledge, Pittsburgh USA. Insa Winkler ar-beitet interdisziplinär und gründete den Kunstverein >slap (social land art project) e.V. Zu-sammen mit Künstlerkollegen und Wissenschaftlern beschäftigte sie sich mit den Natur-schutzgebieten der Moorlandschaft, mit der verstrahlten Landschaft nach "Tschernobyl" und der kulturgeschichtlichen Konversion von Militärbrachen im Osten. Ihre aktuelle Arbeit gilt den Auswirkungen der globalen Agrarreformen. Sie ist Teilnehmerin der Geumhang Nature Art Biennale in Korea 2004.

Konzeptionen für Land-Art Projekte

1991-92 Internationales ökologisches Künstlersymposium "MORE MOOR“, Nieder-sachsen
1996-98 Internationales Künstlersymposium "REFLEXION TSCHERNOBYL", D / Belarus
2000 FUTURA EXAKTUM, Konversion Bug / Rügen
2002 Internationale Tagung KUNST UND AGRARKULTUR, Umweltschutz Nord GmbH, Ganderkesee
2003 ARTISTS MEET FARMERS, Niedersachsen (in Planung)

Einzelausstellungen / Installationen

1988 PFLANZE - PLASTIK, Prima Kunst e. V., Kiel
1989 NI NEE - NI MORTE, Wadköpingskonsthall, Örebro / S
1991 Stadtmuseum Oldenburg und Kreishaus Wildeshausen (Katalog)
1992 PUP UP PITTSBURGH, Installation, Chatham College, Pittsburgh, USA
1994 MOO R OOM, Installation, Galerie arting, Köln
Distanzlos, Künstleraustausch Oldenburg / Braunschweig
Open Art, Installation in der Galerie Christoph Dürr, München
JOSHUA TREE MONUMENT, Installation im Pulverturm Oldenburg und
im Prima Kunst e.V., Kiel (Katalog)
1995 ZWISCHEN REGEN UND RASEN, Installation, Stadtgalerie, Kiel
1998 VEGETABILIBUS, Oldenburger Kunstverein (Katalog)
2000 WINTERGARTEN, Installation, Projektraum Triloff, Köln
FUTURA EXAKTUM, KX - Kunst auf Kampnagel, Hamburg (Katalog)
2002 FLUSSBETT, Kunstraum Carmen Oberst, Hamburg
DAS LEIPZIGER BIBELKREUZ, Neues Rathaus Leipzig
DAS HUDER BIBELKREUZ, Klosterruine Hude
2003 OLB Stiftung, Oldenburg

Performances

1986 HOMMAGE AUX FEUILLES, Prima Kunst e.V. Kiel
1990 TRINITAS CORPUS SPIRITUS ANIMUS EST, Kunsthalle Wilhelmsha-ven
SO IST ES WIE ES IHNEN SCHEINT mit Britta ,Schauspielschule Kiel
1991 TRINITAS CORPUS SPIRIUS ANIMUS EST, Stadtmuseum Oldenburg
THE ART FARMERS mit Michael Pestel, Pittsburg, USA
1992 NI NEE-NI MORTE , De Hazelaar, Soest, Niederlande
ALLES IST IN FLUß, mit Susanne Leutenegger, Karg e.V,Oldenburg
1993 INDICATION NORDSEE, mit Triloff, Forschungs- und Technologiezent-rum Büsum
LEBEN LASSEN, mit Triloff, Auszeit Demokratie, Halle Kalk,Köln
1994 Eine Performance geht auf die Reise, Kunst & Co, Flensburg
SHICASTA, Performancefestival Inter Azioni 7, Sardinien
ERNTE, mit Triloff, Performance-Tage Oldenburg
1995 GLOBALL, mit Triloff, Galerie Pankow, Berlin
MATERIE UND FLEISCH, Turbinenhalle des Fabrikmuseums Delmen-horst
1996 ZEHN STÜCKE FÜR PRIMA KUNST, Prima Kunst e.V. Kiel
1997 Begleitung der Faustkonzerte in London und Wales
1999 SIEBEN TORE UND EIN PFERD, Land Art Tage, Dersau
2001 DIE DREIZEHNTE MÖGLICHKEIT, Intern. Performance Tage, Kultur-etage Oldenburg

Publikationen (Auswahl)

1991 Insa Winkler (Ausstellungskatalog), Hrsg. Landkreis Oldenburg 1992
More Moor, Internationales Ökologisches Künstlersymposium im Witte-moor, Hrsg. Insa Winkler und Frank-Jörg Haberland mit dem Stadtmuseum Oldenburg, Isensee Verlag, Oldenburg
1994 Wattenmeer, Workshop im Forschungs- und Technologiezentrum Büsum, Hrsg. Der Minister für Finanzen und Energie des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Landschaften, Hrsg. Insa Winkler, mit Unterstützung des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Verlag Christoph Dürr, München 1995
Kunstlaboratorium Neumühlen-Dietrichsdorf, Hrsg. Ministerium für Wis-senschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Kiel 1998
Reflexion Tschernobyl, Internationales Künstlersymposium 1995-1998 an-läßlich des 3. Weltkongress „Die Welt nach Tschernobyl“, Minsk, Hrsg. In-sa Winkler, mit Unterstützung der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein, Amsterdam
Vegetabilibus / Aktion Kapillar, Insa Winkler und Till Jonas, Hrsg. Olden-burger Kunstverein 2000
Futura Exaktum, Konversion einer Bunkerlandschaft, Hrsg. Insa Winkler anlässlich der Ausstellung bei KX- Kunst auf Kampnagel, Hamburg 2001
Erinnerungsorte aus Beton, Hrsg. Silke Wenk, Christoph Links Verlag, Berlin

Homepage:
www.insawinkler.de
www.slap.de
www.kunstundlandschaft.de


Patrick Meyer-Glitza und Helena Rytkönen. Projektbüro Landwirtschaft und Kunst der Fachhochschule Witzenhausen, Präsentation / Performance Montag, 7. Juni 2004, 16.30 „Landwirtschaft und Kunst - eine Liebesgeschichte" (Blicke in und aus der Geschichte des Projektes)

Das Projekt ist 1995 als studentisches Projekt an der Universität Kassel Fachbereich Ökologi-sche Agrarwissenschaften am Institut für soziokulturelle Studien entstanden. Es ging von Landwirtschaftsstudenten aus, die sich von „der Kunst“ mehr wünschten als Dekoration. Der Ausgangspunkt für die praktische Arbeit war die land-art in der Agrarlandschaft. Weitere Themen bis jetzt sind u.a. das Nutztier, die bäuerliche Arbeit, Kunst im bäuerlichen und wis-senschaftlichen Lernen gewesen. Es wird auf Höfen (oder an der Universität) unter Anleitung von professionellen Künstlern mit Studenten und anderen zu Themen der Landwirtschaft ge-arbeitet.

Patrick Meyer-Glitza: Studium der Ökologischen Landwirtschaft in Witzenhausen (Universität Kassel) und Ausbildung im „Neuen Tanz“ in Freiburg bei „Bewegungsart“. Mitbegründer des Projektbüros Landwirtschaft und Kunst und Leiter des deutschen Beitrages zu dem EU-Kulturprojekt „Art and Agriculture (GB) - Landwirtschaft und Kunst (D) - Maaseutu ja Taide (Finnland)“ in 2000/2001. Tanzaufführungen zu dem Thema.

Helena Rytkönen, Dr., Studium der Volkswirtschaft und Tätigkeit als wissenschaftliche Mit-arbeiterin an der Universität Göttingen. Ausbildung zur Freien Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Blase. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und Mitarbeit in inter-nationalen transdisziplinären Projekten an der Schwelle von Wissenschaft und Kunst.

Projekte:

1995 Projektwoche "Landwirtschaft und Kunst" auf dem Hof Kuhmuhne in Schönhagen
1997 Projektwoche "Landwirtschaft - Kunst und Nutztier" auf dem Eschenhof in Altenhasungen (als ein Teil des Documenta-Beiprogrammes)
1999 Projektwoche "Wann wird die bäuerliche Arbeit Kunst?" auf dem Versuchshof der Universität Gesamthochschule Kassel in Frankenhausen
1999 Projektwoche "Ökologische Landwirtschaft und Kunst" in Runni (Finnland)
1999 Dorfkulturprojekt "Heuschuppen" in Paaslaht-Iisalmi (Finnland)
2000/2001 "Landwirtschaft und Kunst als Ort des Lernens" im Rahmen des EU-Projektes "Art and Agriculture (England) - Landwirtschaft und Kunst (Deutschland) -Maaseutu ja Taide (Finnland)"
seit 2002 Planung eines internationalen Projektes zum Thema "Bread and Soul"
2003 Kunst im Studium der ökologischen Landwirtschaft , Witzenhausen

Dokumentationen:

(1995) "Landwirtschaft und Kunst", Kuhmuhne/Schönhagen Hrsg. Patrick Meyer-Glitza und Andreas Weidringer, Witzenhausen 1995 (32 Seiten)
(1997) " Landwirtschaft, Kunst und Nutztier", Eschenhof/Altenhasungen, Hrsg. Patrick Meyer- Glitza und Andreas Weidringer, Kassel 1997 (96 Seiten), ISBN 3-89792-059X
(1999) "Wann wird die bäuerliche Arbeit Kunst?", Domäne Frankenhausen , Hrsg. Patrick Meyer- Glitza und Helena Rytkönen, Kassel 2000 (104 Seiten), ISBN 3-88122-919-1
(2001) "Landwirtschaft und Kunst als Ort des Lernens", der deutsche Beitrag zu dem EU-Projekt "Art and Agriculture - Landwirtschaft und Kunst - Maaseutu ja Taide", Hrsg. Pat-rick Meyer-Glitza und Helena Rytkönen, Kassel 2002 (108 Seiten), ISBN 3-89792-077-8

Aufsätze /Artikel:

"Landwirtschaft - Kunst - Tier" von Andreas Weidringer und Patrick Meyer-Glitza. In: Lebendige Erde, 6/1997, November-Dezember, Seite 508-510
"Aktionswoche Landwirtschaft und Kunst" von Patrick Meyer--Glitza. In: Lebendige Erde, 2/2000, März-April, Seite 22-23
"Landwirtschaft und Kunst" von Helena Rytkönen und Patrick Meyer-Glitza. In: Ländlicher Raum, September/Oktober 2001, S. 36-42
"Wenn Kühe ein Bild malen" von Patrick Meyer-Glitza und Helena Rytkönen. In: politsche Ökologie, 73-74 (2001), S. 66-69
"Ackern auf dem Kunstacker" von Helena Rytkönen und Patrick Meyer-Glitza. In: Bioland, 6/2002, S. 18-19
"'Mit der Wissenschaft alleine kommen wir nicht weiter', Über ART- gemäße Tierhal-tung" von Patrick Meyer-Glitza und Helena Rytkönen. In: Festschrift für Prof. Dr. Detlef W. Fölsch, Witzenhausen, Universität Kassel
"Kunst und Kultur an Korn, Kuh und Küche" von Helena Rytkönen und Patrick Meyer-Glitza. In: Kirche im ländlichen Raum. 1/2003, S. 39-41
„Ku-h-nst“: von Patrick Meyer-Glitza und Helena Rytkönen. In: AgrarBündnis (Hrsg.) Landwirtschaft 2004. Der kritische Agrarbericht, AbL-Verlag Rheda-Wiedenbrück, S.232- 236

Homepage:
www.landwirtschaft-und-kunst.de


Nils-Udo, Riedering, Präsentation / Künstlergespräch
Dienstag, 8. Juni 2004, 16.30

„Mit Blumen zeichnen. Mit Wolken malen. Mit Wasser schreiben. Den Maiwind aufzeichnen, den Weg des fallenden Blattes. Für ein Gewitter arbeiten. Einen Gletscher erwarten. Den Wind biegen. Wasser und Licht richten. Der maigrüne Ruf des Kuckucks. Die unsichtbare Zeichnung seiner Flugbahn. Raum. Der Schrei des Tieres. Der bittere Geschmack von Seidelbast. Den Tümpel begraben und die Libelle. Nebel anzünden und den Duft der gelben Berberitze. Geräusche, Farben und Gerüche vermählen. Das grüne Gras. Einen Wald und eine Wiese zählen.
Alles von den menschlichen Sinnen wahrnehmbare nimmt Teil. Hörend, sehend, riechend, schmeckend, tastend wird der Naturraum erfahren. Mit kleinstmöglichen Eingriffen den le-bendigen dreidimensionalen Naturraum aufschließen, umorganisieren, unter Spannung setzen. Eine Umorganisation auf Zeit. Eines Tages wird der Eingriff ausgelöscht, von der Natur spurlos zurückgenommen sein.
Freilich nur in ihren allerletzten Refugien noch ist die Natur intakt, die Verzauberung unauss-chöpfbar, Realität. An allen Tagen des Jahres, zu jeder Jahreszeit, bei jedem Licht, bei jedem Wetter, im Größten wie im Kleinsten.
Freilich geben viele vor, die Natur zu lieben. So wie alle den Frieden wollen. Tatsächlich aber haben sie die Natur längst verloren. Sie sehen sie gar nicht mehr. Geschweige, dass sie sie hören oder riechen, schmecken oder tasten. Und wenn sie doch einmal hinsehen, so sehen sie dennoch nicht: Sie haben die Voraussetzungen für eine größere, räumliche und zeitliche Zusammenschau längst verloren.
Dokumentation einer aussterbenden Welterfahrung. Ein Zeugnis ablegen, im letztmöglichen Moment, von einem längst anachronistisch anmutenden Lebensgefühl, einer Haltung, die auch von manch Gutwilligem kaum noch nachvollzogen werden kann.
Grundgedanke ist die angestrebte absolute Reinheit. Die Natur führt sich gewissermaßen selbst vor. Jedes naturfremde Element ist als unrein ausgeschlossen. Zur Verwendung kommen ausschließlich im jeweiligen Naturraum angetroffene Materialien. Ihre Charakteristiken, Eigenschaften u. Möglichkeiten der Verarbeitung konditionieren und leiten weitgehend die Gestalt der Arbeit. Botanisieren, sammeln, ausbreiten und herzeigen: es zeigte sich, dass die überwältigende Fülle der Naturphänomene häufig nur in kleinen oder kleinsten, aus ihrem Zusammenhang herausgelösten, Fragmenten thematisiert werden kann.
Der Faktor Zeit. Bereits meine erste Arbeit 1972 in den Chiemgauer Alpen bestand aus einer Pflanzung. Mit dem Anlegen von Pflanzungen oder dem Einbeziehen von Pflanzungen in komplexere Installationen wird die Arbeit buchstäblich in die Natur eingepflanzt. Als Teil dieser Natur lebt und vergeht das Kunstwerk im Rhythmus ihrer Jahreszeiten.
Auch wenn ich parallel zur Natur arbeite und meine Eingriffe möglichst behutsam vornehme: Ein grundsätzlicher Widerspruch verbleibt. Auf ihm basiert meine ganze Arbeit. Sie entgeht nicht einem grundlegenden Verhängnis unseres Daseins. Sie versehrt was sie berührt, worauf sie hinweist: Die Jungfräulichkeit der Natur.
Die spezifischen Möglichkeiten einer Landschaft in einer gegebenen Jahreszeit zusammen-führen, verdichten und verschmelzen zu einem einmaligen Höhepunkt, Apotheose dieser Jah-reszeit in dieser Landschaft. Das potentiell Mögliche, latent in dieser Natur Vorhandene reali-sieren, buchstäblich das nie Dagewesene aber immer Vorhandene, die Utopie Wirklichkeit werden lassen. Eine Sekunde Lebensdauer genügt. Das Ereignis hat stattgefunden. Ich habe es erweckt und sichtbar gemacht.
Den Natur-Raum zum Kunstraum machen? Wo liegt die Grenze auf diesem schmalen Pfad zwischen Natur und Kunst? Kunst? Leben! Was zählt ist der utopische, Leben und Kunst ver-schmelzende Charakter meiner Handlungen. Meine Reaktion auf die meine Existenz prägenden Ereignisse. Mein Leben. Ob sich Kunstfreunde für mein Leben interessieren?“ (Nils – Udo. Towards Nature).

Nils – Udo, 1937 im fränkischen Lauf geboren, war Maler, bevor er 1972 die Natur als Raum für seine Kunst entdeckte. Bei Nils-Udo hat das Kunstwerk selbst ein Leben, es ist Teil der Natur und ihren Gesetzen unterworfen. Dem Künstler geht es nicht um das Museale, sondern vielmehr darum, einen zeitgemäßen Zugang zur Natur zu finden. Mit ihr steht Nils-Udo in einem geistigen und ästhetischen Dialog. Seine Arbeiten haben nie zerstörerische Wirkung, ganz im Gegenteil scheut er sich nicht, Kunstwerke mit moralischem Anspruch zu schaffen. Nils-Udo ist international von Kanada über Indien, Israel, Japan, Mexico, USA bis la Réunion und in ganz Europa tätig.

Projekte und Ausstellungen (Auswahl):

1995 Installationen in der Natur für die CD Rom „Eve“ von Peter Gabriel
Installation Root-Sculpture in Mexiko City
Großinstallation Die blaue Blume für die Schweisfurth-Stiftung, Glonn bei München
Einzelausstellungen in Mexiko, Paris, Tokyo und Bombay
1996 Realisierungen für eine CD Rom von Peter Gabriel,
für die Kampagne WWF Living planet, Vancouver Island
Projekt für die Expo 2000 in Hannover
Realisierung einer Großinstallation in Salzburg
Einzelausstellungen in Odense und Toronto
1997 Großinstallation in Troisdorf bei Köln
1998 Großinstallation Red Rok Nest bei Santa Monica, Kalifornien
Großinstallation Novalis-Hain in Augsburg, Universität
Ausstellung Art and Nature in Los Angeles
Ausstellung Affinities and Collections in Escondido, Kalifornien
Einzelausstellungen in Toulon, Toronto, Waldkraiburg und Genf
1999 Realisierung von zwei Riesen Scanna-Digital-Spray-Prints für die Universität von Bayreuth
Großinstallation La Belle au bois dormant für Parfums en Sculpture,
Jardin des plantes, Paris
Einzelausstellungen in Aachen, Turin, Brüssel, Reims, Berlin, Toronto und Tokyo
2000 Installationen in der Wüste von Namibia für ein Parfum von Guerlain
Großinstallation Habitat, in den Gärten der Champs Elysées, Paris
Einzelausstellungen im Musée Zadkine, in Genf, München, Bergamo,
Straßburg, Colmar, Séléstat, Bayreuth, Rosenheim und Paris
2001 Großinstallationen Stein-Zeit-Mensch, Waldskulpturenweg bei Bad Berleburg,
Entrée de bambous, Ile de la Réunion, Bamboo-Valley, St.-Catherines, Canada
Großinstallationen in Maglione, Piemont und in Genf
Einzellausstellungen in Paris, auf Lanzarote, in Turin und Toronto
2002 Großinstallationen im Neanderthal und für die Universität Moncton, Canada
Einzelausstellungen und Großinstallationen im Gunma Museum of Art in Ta-tebayashi, Japan, im Iwate Museum of Art in Morioka, Japan und im Obihiro Museum of Art in Hokkaido, Japan
2003 Großinstallation “Ivry-habitat” im Park des Krankenhauses Charles Foix, Paris
Serie von Installationen in der Region Connemara für das Galway Arts Feval,Irland
Realisierung einer Großinstallation für das Polizeiverwaltungsgebäude in
Straubing, Deutschland
Realisierung einer Großinstallation für das Centre dÁrt contemporain du Qubec, Montreal, Kanada
Planung einer Großinstallation für die Bundesgartenschau 2005, München, Deutsch-land
Einzelausstellungen in der Stadt Galerie Fürth, Deutschland; Artcurial, Paris; Borgo, Italien; Centre VULCANIA, Frankreich; GalerieAlain Gutharc, Paris; Galway Arts Festival, Irland; Ville de Grand Quevilly, Frankreich; Galerie Claire Gastaud, Clermont-Ferrand.


Ping Qiu, Berlin, Präsentation / Künstlergespräch
Donnerstag, 3. Juni 2004, 19.30
"Fingerblumen aus Venedig", Moderation: Elke Wolf

Rosafarbene Blumen treiben unter einer Brücke auf den Wassern Venedigs. Farbenprächtige, exotische, künstlich aber auch giftig wirkende Blütenbündel irritieren den Betrachter. Erst auf den zweiten Blick geben sie das Geheimnis ihrer anthropomorphen Formen preis. Die harm-los-fröhlichen Blüten mutieren zu irritierend organischen Fremdkörpern, die zwischen Mensch, Pflanze und Industrieprodukt changieren. Sind es doch Hände, die auf der Wasser-oberfläche treiben. Hände, zu denen ein nicht sichtbarer Körper in der Tiefe des Wassers ge-hört. Die ähnlich wie die Hände der im Teich ertrunkenen Ophelia des englischen Präraffaeliten John Everett Millais aus dem Wasser herausragen. Die einen in die Tiefe ziehen können, denen man sich – wegen ihrer geheimnisvollen Anziehungskraft – vielleicht gar freiwillig überlässt, wie der „Fischer“ aus Goethes Gedicht: „Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm; / Da war’s um ihn geschehn: / Halb zog sie ihn, halb sank er hin, / Und ward nicht mehr gesehn“. Qiu Pings Arbeitsmaterial, die in Supermärkten erhältlichen Haushaltshandschuhe – die gelben für die gröberen, die rosafarbenen für feinere Tätigkeiten – wirkt in den Installationen vertraut und fremd zugleich. Die Künstlerin stopft die Handschuhe mit Bläschenfolie, modelliert sie und bindet sie schließlich zu unterschiedlichen Formationen zusammen, die sie in ungewohnte Zusammenhänge setzt. Qiu Ping sieht ihre Arbeiten als Ergebnis eines langen und schwierigen Befreiungsprozesses von den traditionellen chinesischen Vorstellungen von Kunst, die sie während ihres in Hangzhou begonnenen Studiums der traditionellen Ölmalerei verinnerlicht hatte. Nach ihrem Wechsel an die Hochschule der Künste in Berlin, wurde sie mit einer ihr völlig neuen Kunst konfrontiert: „Mein traditionelles chinesisches Kunstverständnis wurde von der modernen westlichen Kunstauffassung heftig erschüttert und wirkte wie ein Schlag auf den Kopf, der mich fast zwei Jahre lang betäubte und verwirrte (...) Nach dieser Zeit des Tastens und Versuchens vollzog sich eine Wandlung in meinem Kunstverständnis. Diese Wandlung war ein schmerzhafter Prozess, den ich mit Worten nicht ausdrücken kann, aber durch diesen Prozess der Selbstverneinung konnte ich mich weiterentwickeln“.

Ping Qiu, geboren 1961 in Wuhan, China, lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg, Studium an der Zhejiang Kunstakademie, Hangzhou, China, Studium an der Hochschule der Künste (HDK), Berlin, Stipendium des Pollock Krasner Foundation, New York, Stipendium des Künstlerhäuser Worpswede

Einzelausstellungen:

1994 Galerie im Saalbau, Berlin
1995 Liquid Measure, Cafe Galerie, London
1996 Galerie Robert Keller, Kandern
2000 Galerie Cornelia Priess, Berlin, Seerose, Goethe Institut, München
Schweriner Kunst and Museumsverein
2002 Aktion Galerie, Berlin
2003 Kunstlerhaus Shenzhen, China

Gruppenausstellungen:

1988 Klasse Prof.Tajiri in der Galerie Christof Weber, Berlin
1991 Sieben aus Achtzehn,Galerie im Saalbau,Berlin
1991/1992 Intervall,Hochschule der Künste, Berlin
1994 Studio Bildende Kunst, Berlin
1995 Silberblick, Berlin
1996 Angles and Mechanics,Riverside Studios London;Watermans Arts
Centre Middlesex;The Bracknell Gallery South Hill Park Centre,UK
1998 20th Centrury Femina, Beijing,China(katalog)
Badischer Kunstverein,Karlsruhe
Die Hälfte des Himmels,Frauenmuseum Bonn
Performance ART/OMI,New York
1999 Galerie Timm Gierig, Frankfurt/Main
Open, Venedig,Italien (katalog)
2000 Heimat-Kunst,Haus der Kulturen der Welt,Berlin (katalog)
Strange Home, Historisches Museum,Hannover (katalog)
Continental Shift,Musee d´ Art et d´Art Contemporain de la Ville DC
Liege, Belgium


Werner Henkel, Bremen, Präsentation / Künstlergespräch
Freitag, 4. Juni 2004, 19.30
„NaturArte - über den ästhetischen Zugang zur Natur“, Moderation: Robert van de Laar

Im Zentrum der Arbeit von Werner Henkel steht die künstlerische Auseinandersetzung mit ästhetischen Phänomenen in der Natur: NaturArte. Es ist eine Annährung an die Natur, ihre Energien, Ausdrucksformen und an deren Gestaltwandel, an Fragen der Ökologie und wissen-schaftliche Arbeitsweisen vom Standpunkt der Kunst aus.
Natur ist Material, Thema und Raum seiner Kunst: Arbeiten auf Papier, Objekte und Installa-tionen bis hin zu landschaftsbezogenen Arbeiten. Werner Henkel lotet in seinen Werken die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur, sowie die Verletzlichkeit der Mensch-Natur-Beziehung aus. Ein ästhetischer Dialog im Spannungsfeld von Natur als dem Gegebenen und der schöpferischen Freiheit der Kunst.

Werner Henkel, geb. 1956, freischaffender Künstler, lebt in Bremen, Künstlerförderung der Stadt Bremen, Kunst im öffentlichen Raum (Bremen), Künstlerischer Mitarbeiter der Ökolo-giestation Bremen, seit `92 NaturArte-Seminare

Einzelausstellungen (Auswahl)

1995 Das ängstliche Harren der Kreatur, Gnadenkirche, Hamburg
1996 NaturArte, gem. mit Int. Baumarchiv, Kunstverein Zofingen ,CH
1998 NaturArte Gartengalerie Hude Natur-Kultur, gem. mit Johannes Bludau. Konzept: Bea Voigt, München
2000 Natur_ , Kunstverein Cloppenburg

Homepage:
http://naturarte.henkel.bei.t-online.de


Jaak Hillen, Alanus-Hochschule Alfter, Präsentation / Künstlergespräch
Samstag, 5. Juni 2004, 19.30, Moderation: Johannes Maurer

Jaak Hillen arbeitet seit Jahren mit einfachen Materialien wie Stein, Holz, Metall, Lehm und Schnüren. Ihm kommt es nicht so sehr auf die Skulptur selbst an, sondern eher darauf, wie das „Objekt“ eine Einheit mit seiner Umgebung zu Stande bringt. In dem Sinne wird er nicht von Skulptur sprechen, sondern von umgebungsorientierten Objekten. In den Skulpturen aus Stein wird von Jaak Hillen oft das monumentale Element der Natur thematisiert. In Holz steht eher das Prozessuale im Zentrum. Metalle haben oft eine verbindende Funktion. Ein Teil seiner Arbeit besteht aus Projekten, die immer mit Gruppen ausgeführt werden. Künstlerische Pro-zesse rücken hier ins Zentrum: Der Künstler, der mit dem Material „Mensch“ arbeitet, also auch mit sich selber.

Jaak Hillen, geb. 1959 in Bree (Belgien), Heilpädagoge, Bildhauer (M.A. of Fine Arts), Seit 1991 Ausstellungen, Symposien, Projekte, Workshops in Deutschland, Belgien, Holland, Lu-xemburg und Norwegen.

Homepage:
www.hillen-sculptor.com


Frank Schulze / Wolfgang Buntrock, Hannover, Präsentation
Mittwoch, 2. Juni 2004, 19.30
„Das Projekt „Naturskulpturen“ in den Höfen der Treptowers, Berlin“,

"Wie der Augenlust, der Sehnsucht zu ihrem Recht zu verhelfen wäre, versuchen die "Land-Artisten" Buntrock und Schulze herauszufinden, mit dem Ziel, unbestimmte Orte in prägnante zu verwandeln. Die beiden bewahren, pflegen, umschmeicheln, tätscheln, massieren behutsam das, was sie vorfinden. Wie Spürhunde beschnüffeln sie den Platz, kratzen und wühlen, bis der "Knochen" zu Tage tritt. So wird ein Nicht-Ort ihnen zum Fundort. Das Vorhandene wird solange umsorgt und umkreist, bis sich Zeichen erkennen lassen, Andeutungen eines unver-wechselbaren Identischen. (...) Der Geist des Ortes, einmal erkannt, wird zum Blühen ge-bracht". (Prof. Ulf Jonak im Vorwort zum Katalog „Naturskulpturen“, Berlin, 2002)

Wolfgang Buntrock, geb. 1957, seit 1988 freischaffender Landschaftsarchitekt in Hannover

Frank Schulze, geb. 1964, seit 1985 Erzieher, seit 1994 Mineraloge, 1999 Promotion im Be-reich der experimentellen Petrologie an der Universität Hannover.

Ausstellungen:

1999 Wettbewerb „Land-Art-Lübeck“ der Stadt Lübeck
2000 „LandArt“ Hamburgische Landesbank in Hamburg
2001 „manchmal nur wenige Stunden...“Stadtmuseum Münster
2001/2002 Naturskulpturen" in den Höfen der Treptowers, Berlin

Homepage:
www.landart.de


NATURWISSENSCHAFT


Andreas Suchantke, Witten, Vortrag
Montag, 7. Juni 2004, 19.30
„Mensch – Natur, gestern, heute und morgen“

Kultureller und Bewusstseins-Wandel in der Beziehung von Mensch und Natur im Laufe der Kulturgeschichte: Vom magisch-animistischen Verhältnis fraglosen Eingebettetseins in eine als beseelt und belebt und von Wesenheiten bewohnte Welt der frühesten Kulturen (Jäger-Sammler) führte die Entwicklung allmählich zum aktiven Umgestalten der Natur in den A-ckerbau- (und Hirten-) Kulturen der mythischen (religionsbestimmten) Bewusstseinsstufe. Bis heute fruchtbarste, Kultur wie Natur in inniger Durchdringung und beiderseitiger Bereicherung (z.B. Schaffung der klassischen Kulturlandschaft weltweit). Naturferne beginnt mit dem Entstehen der Stadtkulturen, in unserem Kulturraum schöpferischer Höhepunkt in der Renais-sance. Unterwerfung und Ausbeutung einer als seelenlos und rein materiell verstandenen „Umwelt“ nach rein rationalen, durch die Entwicklung der Technik zunehmend effizienteren und destruktiveren Plänen. Einfluss auf das Selbstverständnis des Menschen. Gleichzeitig beginnt eine neue, vierte Stufe in Einzelpersönlichkeiten zunächst und in der Folge: Franzis-kus, Giordano Bruno, Spinoza, Goethe: die Natur ist durchgöttlicht und geisterfüllt. Moderne Tendenzen, teils rational bestimmt, teils gemüthaft, deuten auf das Entstehen eines neuen, auf Einsicht basierendes „reifes“ Verhältnis des Menschen zur Natur hin, in dem möglicherweise die vorausgehenden drei Bewusstseinstufen integriert sein werden. Entsteht nicht von alleine, muss bewusst gewollt und intellektuell konzipiert werden. Es drückt sich in einem wirklich-keitsgemäßen und bereichernden, nicht nur wissenschaftlich-erkenntnismäßigen, sondern auch künstlerisch-schöpferischen, Neues entwickelnden Umgang mit der Natur aus.

Andreas Suchantke, geb. 1933 in Basel. Langjährige Unterrichtstätigkeit in der Oberstufe einer schweizerischen Rudolf-Steiner-Schule, danach und bis heute in der Lehrer-Ausbildung am Institut für Waldorfpädagogik Witten-Annen. Daneben langjährige Aufenthalte in unter-schiedlichen Regionen Südamerika mit dem Auftrag, ein ökologisch-naturkundliches Grund-lagenwerk für den Unterricht zu erstellen („El continente de los colibries“), danach ähnliche Unternehmungen in Vorderasien mit Unterstützung der israelischen Naturschutzorganisation („Mitte der Erde“).

Veröffentlichungen:
Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenpublikationen, darunter, zum Thema des Vortrages: „Part-nerschaft mit der Natur. Entscheidung für das kommende Jahrtausend“.


PD Dr. Hans-Christoph Vahle, Witten, 3-teiliges Seminar
Dienstag, 8. Juni 2004 9.50 – 11.20, Mittwoch, 9. Juni 2004 9.50 – 11.20 und 11.30 – 13.00,
„Vegetations-Ästhetik“, (Anmeldung erforderlich)

Thema soll jener Bereich der Natur sein, der uns am wenigsten bewusst ist: Die Ebene des Lebens. Diese verwirklicht sich außerhalb von uns vor allem in der grünen Pflanzendecke, der Vegetation. Zu ihr haben wir modernen Menschen kaum ein bewusstes Verhältnis. Es ist sehr zu begrüßen, wenn in neuerer Zeit sich mehr und mehr Menschen wieder für Blumen, Kräuter und Bäume interessieren und diese vielleicht sogar mit Namen kennen. Ein bewusster Zugang zur Pflanzendecke als Ganzer ist damit jedoch noch lange nicht gegeben, der liegt auf einer anderen Ebene. In dem Seminar wollen wir den Schlüssel zu dieser pflanzlichen Ebene suchen und finden, um mit dem landschaftlichen Leben in Kontakt zu kommen. Das soll auch den Effekt haben, diese Ebene in uns selbst zu entdecken, die Pflanze in uns zum schwingen zu bringen. Das Mittel dazu ist die Vegetationsästhetik: Dazu gehört die intensive Wahrnehmung der Pflanzendecke ebenso wie die goetheanistische Weiterverarbeitung der gefundenen Phänomene in dem Versuch, Wissenschaft und Kunst zu integrieren. Wir wollen die Vegeta-tion als die Schrift der Landschaft praktisch lesen lernen, wollen sehen, was sie uns über die Komposition der vier Elemente verrät und wie wir mit ihr wiederum gestalten können.

Hans-Christoph Vahle, Priv. Doz. Dr., geb. 1953, Institut für Vegetationskunde (Freies Insti-tut), Forschungsschwerpunkt in der Vegetationskunde, speziell „klassische“ Pflanzensoziolo-gie, erweitert durch den goetheanistischen Ansatz, Neuentwicklung der „Vegetationsästhetik“, dazu: Gestaltbiologie von Pflanzengesellschaften, Wahrnehmungsübungen von Vegetation, Phänomenologie von Pflanzengesellschaften, ökologische Landwirtschaft

Veröffentlichungen:
(1988): mit J. Dettmar "Anschauende Urteilskraft" - ein Vorschlag für eine Alternative zur Digitalisierung der Vegetationskunde. - Tuexenia 8: 407-415.
(1996 a): Vegetation - die Schrift der Landschaft. - Die Drei 66 (7/8): 736-753.
(1996 b): Pflanzensoziologie. Ein Weg zu einer goetheanistischen Landschaftskunde. - Tycho de Brahe-Jb. f. Goetheanismus 1996: 129-207.
(1998): Auf der Suche nach der Leitidee der nordwestdeutschen Kulturlandschaft. - In: Suchantke, A. (Hrsg.): Goetheanistische Naturwissenschaft Band 5: Ökologie. Stuttgart: 312-368.
(2000): Die Vegetationsästhetik der Kulturlandschaft. - In: Pedroli, E. (ed.): Landscape - Our Home. Lebensraum Landschaft. - Essays über die Kultur der europäischen Landschaft als Aufgabe: 179-186. Zeist, Stuttgart.
(2001): Das Konzept der potentiellen Kulturlandschafts-Vegetation. - Tuexenia 21: 273-292. Göttingen.
(2003): Gestaltbiologie von Pflanzengesellschaften in ökologischer und dynamischer Hinsicht. - Habilitationsschrift an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Witten/Herdecke. Galunder-Verlag, Nümbrecht-Elsenroth. 233 S.
(2004): Lichtrasen. Zum landschaftsökologischen, ästhetischen und landwirtschaftlichen Ver-ständnis von Magerrasen. - Natur und Landschaft 79 (1): 10-17.


Dr. Jochen Bockemühl, Goetheanum Dornach, 3-teiliges Seminar
Dienstag, 8. Juni 2004 9.50 – 11.20 und 11.30 –13.00, Mittwoch, 9 Juni 2004 9.50 – 11.20
„Die Sinneswelt kann durchsichtig werden für seelische und geistige Erfahrungen" (Anmeldung erforderlich)

Jede Erscheinung fordert uns auf eine besondere Weise. Das wird gewöhnlich nicht bewusst. Von diesen Zuwendungsweisen hängt es jedoch ab, welcher Wirklichkeit wir in einer Er-scheinung begegnen. Im Seminar wird die Aufmerksamkeit auf eine Vielfalt von Beobachtungen gelenkt, in denen das jeder selbst erfahren kann. Siehe dazu die drei Aufsätze, die unter dem gleichen Titel in der Zeitschrift „Das Goetheanum“ im Jahr 2003 erschienen sind (Nr. 14/31,32/38)

Jochen Bockemühl, Dr. rer. nat., seit 1956 Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goethea-num, 1970-96 Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion. In seiner Forschung werden Wege zu einer Erweiterung der Naturwissenschaft durch Kräfte, die in der Kunst gehandhabt wer-den, gesucht.

Veröffentlichungen u.a.:
(1977) „Erscheinungsformen des Ätherischen“, Stuttgart
(1980) „Lebenszusammenhänge erkennen, erleben und gestalten“, Dornach
(1992) „Erwachen an der Landschaft“, Dornach
(1996 und 2000) „Ein Leitfaden zur Heilpflanzenerkenntnis 1 und 2“, Dornach
(1997) „Aspekte der Selbsterfahrung im phänomenologischen Zugang zur Natur der Pflanzen, Gesteine, Tiere und Landschaft“ in: G. Böhme und G. Schiemann (Hrsg.) Phänomenologie der Natur, Frankfurt


THERAPIE UND PÄDAGOGIK


Prof. Dr. Fritz Marburg, Mörschwil / Schweiz, Vortrag
Donnerstag, 10. Juni 2004, 14.30
„Landart und Kunsttherapie“

Ableitung einer Stilrichtung aus der Kunst des 20. Jahrhunderts als anthropologisch-technologisches Symptom und ihr möglicher Beitrag zur Klärung der Kunst-Therapeutischen Standortfrage.

Fritz Marburg, Prof. Dr., Mehrere Jahre „LAND ART WILDHAUS“ und Landartübungen mit Rudolf Kaesbach, Emerson College ,Sussex U.K., rund um den Burrenhof, einem großen mitteleuropäischen keltischen Opidum.

Prof. Dr. Fritz Marburg, Mörschwil, 3-teiliges Seminar
Mittwoch, 9. Juni 2004, 11.30 – 13.00, Donnerstag, 10. Juni 2004, 9.50 – 11.20, Freitag, 11. Juni 2004, 9.50 – 11.20, „Aus der Praxis“ (Anmeldung erforderlich)

Berichte, Thesen zur Begründung, Praxis und Bewertung von Landartaktivitäten durch Künstler-Innen und Kunsttherapeut-Innen. Umfangreiches Dokumentationsmaterial. Gele-genheit zum Austausch und Gespräch, Bezug zum Vortrag.
Film und Medienproduktion


Karl-Heinz Heilig, Oldenburg, Filmpräsentation
Mittwoch, 9 Juni 2004, 19.30,
„Zwischen Himmel und Erde – Die Baukunst der Glückli-chen“

Der Regisseur Karl-Heinz Heilig präsentiert seinen Film „Zwischen Himmel und Erde – Die Baukunst der Glücklichen“, den über 350 Menschen aus Deutschland, der Schweiz und Italien gefördert und begleitet haben. Sie sind so mit vielen Einzelbeiträgen Teil des Ganzen gewor-den. Ein Film, der „Brücken baut zwischen Menschen, Kulturen und Lebenskonzepten; ein Film in den Sprachen Europas mit einer ansteckenden Lebensfreude.

Karl-Heinz Heilig, geb. 1953, Studium der Forstwissenschaft und der Stadt - und Regional-planung, Lehrtätigkeit zur historischen Ökologie, Bau eines Wohnhauses aus wieder verwer-teten Baumaterialien, Wiss. Journalist und Autor für den WDR Köln, Filmproduzent

Veröffentlichungen:

`La casa delle favole`
VHS-Videokassette mit dem Film inkl. einer Begleitbroschüre;
80 Minuten, Farbe, Stereo, Musik von Jürg Zurmühle (C) 1999
ISBN 3-925041-06-0

Lesebuch mit den schönsten Zitaten und vielen Fotos aus dem Film
80 Seiten, mit über 90 Fotos
ISBN 3-92504-07-9

CD mit der Musik und den Texten aus dem Film
Eine Hör- und Klangreise durch die Jahreszeiten
Musik: Jürg Zurmühle (Shakuhachi)
Texte: Karl Heinz Heilig
Zitate: Walter Bartlomé
Bearb.: Armin Bertram
60 Minuten
ISBN 3-925041-08-7


`Zwischen Himmel und Erde`
VHS-Videocassette mit dem Film
85 Minuten, Farbe, Stereo
Musik von Helmut Eisel (Klarinette), Stefan Engelmann (Kontrabass) und Michael Marx (Gitarre)

Buch "...den Himmel berühren - 65 Hoffnungsgeschichten"
Hardcover, gebunden, 160 Seiten, z.T. 4-farbig, 19,5x25,8 cm
Umschlag: Heinz Treiber


POLITIK


Peter Willers, Bremen, Seminar
Dienstag, 8. Juni 2004, 11.30 – 13.00,
„Natur, Naturverständnis und wie sie sich in der Politik wiederfinden" (Anmeldung erforderlich)

Naturgesetzlichkeiten können sich auch gegen den Menschen richten, sie sind nicht anthropo-zentrisch. Mit der Entwicklung des Menschen entstand auch seine (Ur-) Angst vor dem Aus-geliefertsein an die Natur. Das Bemühen um ihr "Verstehen" führte über das mechanistische Denken zur modernen Technik. Aber auch die komplexe Technik schuf neue Ängste. Diese "Verdoppelung der Unsicherheiten" wirkt bis in das tägliche politische Leben,

Peter Willers, geb. 1935, Mitgründer der Grünen, ehemaliger Landtagsabgeordneter, seit über 30 Jahren in vielen
Umweltorganisationen tätig.


INTERDISZIPLINÄR


Dr. Hubert Spörri, FH Ottersberg, Vortrag
Donnerstag, 10. Juni 2004, 11.30
„Kornkreise als Bildende Kunst und Land Art“

Seit Ende der Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts. erregen die alljährlich zahlreich erschei-nenden Kornkreise weltweites Aufsehen und erfahren dabei eine sehr unterschiedliche Ein-schätzung. Dieser Vortrag macht es sich nicht zur Aufgabe, zum Entdecken und Erforschen von Kornkreisen vor Ort zu animieren, sondern würdigt die Piktogramme im Korn als künst-lerisches Phänomen und vergleicht dasselbe mit der Land Art. Die Geschichte der Kornkreise und die Frage nach ihrer Urheberschaft werden zwar einbezogen, doch geht es in erster Linie um die kunstgeschichtliche Einordnung dieses Phänomens und um Interpretationsversuche, wobei auch grundsätzliche Fragen aufgeworfen werden.

Hubert Spörri, Dr., Dozent an der Fachhochschule Ottersberg, Schwerpunkt der Forschung: Allgemeine Menschenkunde, Ästhetik und Kunstgeschichte

Veröffentlichung:
(2002) Mensch und Kunst - Kunstphilosophische Anthropologie,


Prof. Peer de Smit, Fachhochschule Ottersberg, Vortrag
Freitag, 11. Juni 2004, 11.30
„Bäume wie Menschen“

Bäume begleiten den Menschen seit Urzeiten. Er baute sich Häuser und Werkzeuge aus ihrem Holz, er ernährte sich von ihren Früchten, er pflanzte sie in den Mittelpunkt seiner Siedlugen. In den Mythen und Bildern von Bäumen begreifen Menschen sich selbst. Es gibt kaum einen Aspekt im Lebensbild eines Baumes, der nicht etwas über das menschliche Wesen und die geistige Struktur unserer Existenz eröffnet. "Jeder Baum", hat Cees Nooteboom geschrieben, "ist Baum der Erkenntnis". Solange wir als Menschen Entwurf bleiben, begegnet uns in den Bäumen ein Wahrzeichen unserer schöpferischen Individualität, ein Inbild unserer Zukunft.

Peer de Smit, Prof., geb. und aufgewachsen in Mannheim. Rheinschiffer, Theatermacher, Autor. Nach Engagements als Schauspieler am Züricher Schauspielhaus und diversen deutschen Bühnen auch als Regisseur tätig. Kunsttherapiestudium. Sozialintegrative Theaterpro-jekte. Theater in der Drogentherapie und Psychiatrie. Professur für darstellende Kunst und Theater in sozialen Arbeitsfeldern an der Fachhochschule Ottersberg, Rektor.

Veröffentlichungen:
Mehrere Bücher und Fachveröffentlichungen zu literatur- und sprachwissenschaftlichen sowie philosophischen Themen.

1. – 11. juni 2004

::: ein projekt von studierenden der fachhochschule ottersberg :::


Kunsttherapie
Theaterpädagogik
Freie Bildende Kunst

Am Wiestebruch 68
28870 Ottersberg
T: 04205 / 39 49-0
F: 04205 / 39 49-79

www.fh-ottersberg.de


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